 |
|
not everything that
glitters is gold
INTERMEZZI - Reihe für
zeitgenössiche Musik
Veranstaltungen der Gesellschaft für Aktuelle
Klangkunst Trier e.V. in Kooperation mit der der
Europäischen Kunstakademie Trier
Zwischen den beiden Weltkriegen von den goldenen Zwanzigern
zu sprechen wirft die Frage auf: ist alles Gold was
glänzt? Hat sich in dieser Zeit nicht vorbereitet, was
später zur größten Katastrophe führte:
der 2. Weltkrieg und seine Folgen, allem voran der
Holocaust? Es stellt sich die Frage nach dem Menschen,
seiner Würde, seiner Freiheit, seiner
Souveränität.
Die Kunst der 20er im weitesten Sinne hat ihre besonderen
Wege genommen. Durch die Erweiterungen der Tonsysteme, der
Malerei, Plastik und neue Kunstgattungen wurden Keime gelegt
für ihr vielfältiges, Grenzen
überschreitendes und sprengendes Erscheinen im gesamten
20. Jahrhundert.
Das heutige gesellschaftliche wie politische Leben ruft ein
Erinnern wach an diese Zeit. Auch hier, im 21. Jahrhundert
sucht und fragt Kunst in ihrer Umsetzung nach den
Bezügen zur stattfindenden Wirklkichkeit, die nach 100
Jahren eine verblüffende Ähnlichkeit aufzeigt.
In der Reihe Intermezzo 2026 in der Kunsthalle Trier soll in
3 sehr unterschiedlichen Konzerten Bezug genommen werden
durch ein weltübergreifendes Celloprojekt, eine
multimediale Zeichen- und Stimmperformance die nach dem
Lebenstrieb fragt und einem Liederabend der den Verlorenen
eine Stimme gibt.
intermezzo 42
LifeDrive
Sa. 13. Juni 22:00
Uhr | Kunsthalle Trier / EKA – Europäische
Kunstakademie
Klaus Maßem - Zeichnung
Silvia Sauer – Stimme

Ein Multimediaprojekt mit Stimme und Zeichnung.
Die spontane und intuitive Stimme von Silvia Sauer und die
improvisierte, fortlaufende Tuschlinie von Klaus Maßem
ergänzen sich zu einem fließenden,
schöpferischen Ereignis.
Es ist die künstlerische Thematisierung des Existenz-
und Lebenstriebsin der Natur und der Welt.
Die Aufführung ist ein anhaltender künstlerischer
Dialog zwischen der Zeichnung von Klaus Maßem und der
Stimme von Silvia Sauer. In der Performance treibt und
beeinflusst die Stimmkünstlerin durch Rhythmik,
Klangfarbe, Akzentuierung den Zeichenprozess auf einer
Papierrolle mit den Maßen 100 cm x 1200 cm.
Mit Video-Kameras wird der Zeichenprozess aufgenommen und
mit einem Beamer auf eine große weiße Wand
projiziert.
intermezzo 43
FREMDER VOGEL -
Lieder und Musik der
Verlorenen
3. Oktober 20 :00
Uhr | Kunsthalle Trier / EKA – Europäische
Kunstakademie
Einat Aronstein - Sopran
Oded Geizhals - Schlagzeug

Die Sopranistin Einat Aronstein und der Schlagzeuger Oded
Geizhals präsentieren ein Programm mit Solo- und
Duostücken, die sich mit Fremdheit, Verstörung und
Vielseitigkeit befassen, von den Komponisten Richard
Strauss, Hanns Eisler, Luciano Berio, Georges Aperghis, Oded
Geizhals und John Yu.
Die jungen, sehr erfahrenen Musiker sind beide in Israel
geboren und konzertieren weltweit. Aus ihrem jüdischen
Hintergrund stellen sie sich gerade jetzt die Frage nach
ihrem Sein in dieser aufgeschreckten, dramatisch sich
zeigenden Welt.
Programm:
Luciano Berio (1925 - 2003) Sequenza III
für Stimme (1966)
Richard Strauß (1864 - 1949) -
Drei Lieder der Ophelia Op. 67 (1918)
Hana Ajiashvilli (*1972)- Basket Dance
(2026)
Hanns Eisler (1898 - 1962) - Über
den Selbstmord, Erinnerung an Eichendorff und Schumann, Der
Pflaumenbaum (1937 - 1943)
Oded Geizhals (*1990) Fremder Vogel
(2020)
Ronnie Reshef (*1979) - Neues Werk (2026)
|
|
The
Roaring Twenties - Stummfilm, Revue, Avantgarde
25.09.26 |
19 Uhr |
Kusel, Fritz-Wunderlich-Halle
26.09.26 |
19 Uhr |
Idar-Oberstein, Göttenbach-Aula
27.09.26 |
18 Uhr |
Trier, Angela Merici Gymnasium

Die 20er Jahre sind musikalisch eine ungemein spannende Zeit
– doch auch der Film erlebte in diesen Jahren eine
erste Blüte. Zum Ende des Jahrzehnts begann der
Tonfilm, den Stummfilm zu verdrängen, doch bis dahin
waren Stummfilme mit Live-Begleitung eines Ensembles
üblich. „L’horloge magique“ („Die
Wunderuhr“) und „La forêt
enchantée“ („Der
Zauberwald“) von Władysław
Starewicz nehmen in der damaligen Filmproduktion
eine Ausnahmestellung ein, da Starewicz zu den Pionieren des
Puppen-Animationsfilms gehörte, insbesondere mit der
hierfür verwendeten Stop-Motion-Technik. Die beiden
Filme zählen zu Starewiczs besten Werken und werden
durch die Musik von Paul
Dessau auf das Bild hin abgestimmt
unterstützt. Paul Dessau war im Übrigen von
1923-1925 Kapellmeister in Mainz, die arrangierte und
rekonstruierte Fassung der Filmmusik (für Klarinette,
Violine, Violoncello, Kontrabass, Akkordeon und Schlagzeug)
stammt von dem im Mainz lebenden Komponisten und Arrangeur Bernd
Thewes.
Zur Avantgarde gehörte auch Paul
Hindemiths Kammermusik op. 24 Nr. 1 für
zwölf Musiker. Das Stück mit seiner
eigentümlichen Besetzung erlebte seine
Uraufführung 1922 im zweiten Jahr der Donaueschinger
Musiktage und provozierte einen Skandal, wonach Hindemith
als „Bürgerschreck“ bezeichnet wurde. Die
Musik wurde vom Kritiker Heuß 1923 wie folgt
beschrieben: „Es ist erreicht! Der modernen deutschen
Musik ist es endlich gelungen, das heutige Leben dort zu
fassen, wo es sich am frivolsten und gemeinsten austobt.
[…] Man steht seiner Musik gegenüber, wie sie zu
denken, geschweige zu schreiben, noch nie ein deutscher
Komponist von künstlerischer Haltung gewagt hat, einer
Musik von einer Laszivität und Frivolität, die nur
einem ganz besonders gearteten Komponisten möglich sein
kann.“ Hindemiths Werk begeistert durch seine Motorik,
die an Strawinsky erinnert, greift aber im letzten Satz auch
auf einen Foxtrott zurück.
Denn die Tanzmusik prägte die 20er Jahre noch mehr als
die avantgardistischen Experimente. Bohuslav
Martinů hat einige davon in seinem Ballett
„La revue de cuisine“ (1928) aufgenommen. Wie
Starewicz hatte es Martinů in das pulsierende Paris
verschlagen. Mit einer Prise Ironie versehen ließ
Martinů im Ballett Topf, Deckel, Schneebesen, Scheuerlappen
und Besen tanzen. In der für dieses Projekt
vorgesehenen „Jazzsuite“ hat Martinů das Ballett
für den Konzertsaal adaptiert. Ähnlich wie
Hindemith weist auch Martinů in der
Sextett-Besetzung aus Violine, Violoncello, Klarinette,
Fagott, Trompete und Klavier auf die späteren
freien Instrumentationen in der neuen Musik voraus. Die
Märsche, der Tango und der Charleston lassen die
Tanzmusik der 20er Jahre in ein kunstvoller Weise auch heute
noch im Konzertsaal erfahrbar werden.

Projektleitung und Idee: Achim
Seyler & Kathrin Isabelle Klein
|
|
|